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ZbeÄŤno
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ZbeÄŤno (deutsch Sbetschno, auch Zbetschno) ist eine Gemeinde in Tschechien. Sie liegt 14 Kilometer nordwestlich von Beroun und gehört zum Okres RakovnĂk.
Contents
• Geographie
• Geschichte
• Weblinks
• Einzelnachweise
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Geographie
ZbeÄŤno befindet sich in der KĹ™ivoklátská vrchovina im Landschaftsschutzgebiet KĹ™ivoklátsko. Das Dorf liegt unterhalb der EinmĂĽndung der KlĂÄŤava am linken Ufer der Berounka. Nach Osten hin umfasst das Gemeindegebiet das Waldgebiet um die KlĂÄŤava-Talsperre, gegen SĂĽdwesten die Berounkaschleife von Ăšjezd, im Westen reicht es bis ins Tal der Ĺ tĂhlice. Nördlich erheben sich die Sklada (453 m) und die ZakopanĂ© (417 m), im Nordosten die PozdÄ›tina (412 m) und die Stará obora (459 m), östlich die KĹ™ĂĹľovská hora (442 m), der JalovĂ˝ (450 m) und die PÄ›nÄŤĂna (416 m), im SĂĽdosten der Lom (406 m), sĂĽdwestlich der LipovĂ˝ vrch (374 m) sowie im Nordwesten der JavĹŻrek (445 m). Durch ZbeÄŤno fĂĽhrt die StaatsstraĂźe II/201 zwischen KĹ™ivoklát und Unhošť. Am gegenĂĽberliegenden Flussufer verläuft die Bahnstrecke Beroun–RakovnĂk, der Bahnhof ZbeÄŤno liegt gegenĂĽber dem Steinbruch SĂ˝koĹ™ice.
Nachbarorte sind Požáry, PlaÄŤkov, Novina und KlĂÄŤava im Norden, Fialka, Kaly, Bratronice und BÄ›leÄŤ im Nordosten, PodĹ™eĹľe, Vrška und Senecká im Osten, SĂ˝koĹ™ice im SĂĽdosten, RaÄŤice und Karlov im SĂĽden, Dubina, ÄŚastonice und Roztoky im SĂĽdwesten, AmalĂn, KĹ™ivoklát, Ăšjezd nad ZbeÄŤnem und PohoĹ™elec im Westen sowie PĂsky im Nordwesten.
Geschichte
Funde von Hügelgräbern belegen eine Besiedlung des Gemeindegebietes während der Hallstattzeit.
ZbeÄŤno wurde wahrscheinlich im 10. Jahrhundert im Zuge der ersten Landeskolonisation gegrĂĽndet. Der Ursprung der Siedlung war ein hölzerner, nach SĂĽden mit Gräben und Wällen befestigter Hof an der EinmĂĽndung der KlĂÄŤava in die Berounka. Als dieser nicht mehr genĂĽgend Platz bot, errichteten die Siedler um ihn herum neue Häuser. Die erste schriftliche Erwähnung von ZbeÄŤno erfolgte im Jahre 1003, kurz nach der Ersterwähnung der Burgstätte KĹ™ivoklát. Der Ort war zu dieser Zeit zu einem der wichtigsten wirtschaftlichen Zentren der PĹ™emysliden angewachsen, dessen Gebiet im Westen bis nach Plasy reichte. Der Chronist Cosmas von Prag beschrieb in seiner Chronica Boemorum auch als fĂĽrstlichen Sitz. Durch AusschmĂĽckungen späterer Chronisten entstanden Legenden nach denen sich bei ZbeÄŤno die Burg des legendären böhmischen Herrschers Krok wie auch der Sitz des hl. Wenzel befunden haben sollen. Im Jahre 1100 wurde Herzog BĹ™etislav II. bei der RĂĽckkehr von einer Jagd in der Gegend von ZbeÄŤno erschossen. Herzog Vladislav I. lieĂź um 1110 die Jagdburg KĹ™ivoklát zu einer steinernen Burg ausbauen, damit verlor auch die hölzerne Burganlage ZbeÄŤno ihre Bedeutung und verfiel. In der nachfolgenden Zeit wandelte sich auch der Name des Jagdreviers von ZbeÄŤenskĂ˝ hvozd in KĹ™ivoklátskĂ˝ hvozd (PĂĽrglitzer Wald). Das Dorf lag nunmehr am Jagdweg der PĹ™emyslidenherzöge von Prag zur Burg KĹ™ivoklát. Zur Gewährleistung des Schutzes der Burg fĂĽhrte König Ottokar II. PĹ™emysl ein Lehenssystem ein, nach dem die freien Untertanen zur Verteidigung der Burg verpflichtet wurden oder anderweitige Dienste zu leisten hatten. Mehrere Bewohner von ZbeÄŤno waren auf der Burg KĹ™ivoklát zu Diensten beim Putz, der Feuerung, der Jagd und dem Fischfang verpflichtet. Auch nach der Ăśbertragung der Wälder an die Burg KĹ™ivoklát blieb ZbeÄŤno weiterhin das wirtschaftliche Zentrum der Herrschaft. Zu Beginn des 14. Jahrhunderts fielen die Truppen Heinrich von Kärntens in die Gegend ein, Der Burggraf Wilhelm ZajĂc von Waldek nahm dabei 13 Kärntner gefangen; er lieĂź sie an einer Eiche aufhängen und später verscharren. Der Flurname ZajĂcĹŻv dub sowie das später an der Stelle des Grabes errichtete Hegerhaus ZakopanĂ© erinnern noch heute an das Ereignis. Im Jahre 1330 ist eine Pfarre in ZbeÄŤno nachweislich, das Pfarrhaus wurde wahrscheinlich an der Stelle der wĂĽsten FĂĽrstenhofes errichtet. Dem Pfarrer von ZbeÄŤno oblag zu dieser Zeit u. a. auch die Administration der Pfarreien von Stradonice, NovĂ© StrašecĂ, MutÄ›jovice und Nezabudice. Während der Hussitenkriege wurde ZbeÄŤno niedergebrannt. Obwohl die Kirche ruiniert war, blieb die Pfarrei eine von zwei katholischen Pfarreien im Rakonitzer Kreis erhalten. Die Friedenszeiten seit der Mitte des 15. Jahrhunderts fĂĽhrten auch in ZbeÄŤno wieder zu Wohlstand. Im Jahre 1450 wurde die Dorfschmiede errichtet. Zusammen mit dem Ausbau der BĂĽrg PĂĽrglitz begann während der Regentschaft von Vladislav II. Jagiello in den 1470er Jahren auch ein Umbau der Kirche, der 1520 abgeschlossen wurde und wahrscheinlich unter der Leitung der PĂĽrglitzer BauhĂĽtte vorgenommen wurde. Durch König Vladislav II. Jagiello wurde ZbeÄŤno zu Beginn des 16. Jahrhunderts zum Städtchen erhoben und erhielt Marktprivilegien. Während des DreiĂźigjährigen Krieges wurde ZbeÄŤno gänzlich ruiniert und verwĂĽstet; ĂĽbrig blieb ein Dorf ein aus 17 Häusern bestehendes Dorf mit drei Huben und 14 Chaluppen, in dem 73 Menschen lebten. Im Jahre 1685 verkaufte Leopold I. die Herrschaft an Ernst Joseph Graf von Waldstein. Die Haupterwerbsquelle bildete die Forstwirtschaft und die Jagd. Zu dieser Zeit zeigten sich auch erste Veränderungen im zuvor unerschöpflichen Wildbestand des PĂĽrglitzer Waldes; der letzte Bär wurde im Jahre 1692 geschossen und seit 1695 wurde auch kein Luchs mehr gesichtet. Die Fluren des Dorfes waren steinig und fĂĽr die Landwirtschaft wenig tauglich. Angebaut wurden deshalb nur Gerste und Kartoffeln, die meisten Flächen dienten zur Futtergewinnung fĂĽr due Rinder- und Schafzucht. Haupterwerbsquelle war die Köhlerei und die Flößerei auf der KlĂÄŤava, die zu diesem Zweck in drei Teichen aufgestaut wurde. 1731 vererbte Johann Joseph Graf von Waldstein die Herrschaft an seine Tochter und Universalerbin Maria Anna FĂĽrstin zu FĂĽrstenberg, die sie 1756 testamentarisch mit der Herrschaft Kruschowitz und dem Gut Nischburg zu einem Familienfideikommiss von 400.000 Gulden vereinigte. Die eine Hälfte des Erbes fiel ihren Söhnen Joseph Wenzel zu FĂĽrstenberg-StĂĽhlingen und Karl Egon I. zu FĂĽrstenberg zu, die andere ihren Töchtern Henriette FĂĽrstin von Thurn und Taxis und Maria Theresia zu FĂĽrstenberg. Als Fideikommisserben setzte sie ihren zweitgeborenen Sohn Karl Egon I. ein, der durch Ausgleich auch die Anteile seiner Geschwister erwarb. Seit 1772 ist in ZbeÄŤno eine Schule nachweislich, das alte Schulhaus wurde 1797 abgetragen und durch einen Neubau ersetzt, der 1846 fĂĽr einen dreiklassigen Unterricht erweitert werden musste.
Nach dem Tode von Karl Egon I. erbte 1787 dessen ältester Sohn Philipp Fürst zu Fürstenberg (†1790) den Besitz, ihm folgten seine Kinder Karl Gabriel zu Fürstenberg (†1799) und Leopoldine Prinzessin von Hessen-Rothenburg-Rheinfels. 1803 verzichteten die weiblichen Erben in einem Familienvergleich zugunsten des minderjährigen Karl Egon II. zu Fürstenberg und der fürstlichen und landgräflichen Häuser Fürstenberg; als Verwalter wurde bis zu dessen Volljährigkeit im Jahre 1817 Joachim Egon Landgraf von Fürstenberg eingesetzt. Die Flößerei verlor im 19. Jahrhundert zunehmend an Bedeutung. Der alte Friedhof einschließlich des Glockenturmes an der Friedhofsmauer wurde 1830 abgetragen.
Im Jahre 1843 bestand Zbetschno/Zbečno aus 80 Häusern mit 662 Einwohnern. Unter obrigkeitlichen Patronat standen die Pfarrkirche zum hl. Martin und die Pfarrschule. Außerdem gab es im Ort eine Mühle. Abseits lagen die Arbeiterkolonie (Senecká) und ein Hegerhaus (Novina) sowie die Burgruine Hiwna bzw. Giwno(Jiwno). Zbetschno war Pfarrort für Augezd ob Zbečno, Ratschitz und Sikořitz.cite-ref-3[3] Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts blieb Zbetschno dem Fideikommiss Pürglitz untertänig.
Nach der Aufhebung der Patrimonialherrschaften bildete ZbeÄŤno / Zbetschno ab 1850 mit den Ortsteilen Ăšjezd nad ZbeÄŤnem, SĂ˝koĹ™ice und RaÄŤice eine Gemeinde im Bezirk Rakonitz und Gerichtsbezirk PĂĽrglitz. Im Jahre 1853 lösten sich SĂ˝koĹ™ice und RaÄŤice los und bildeten die Gemeinde SĂ˝koĹ™ice. Nach dem Tode von Karl Egon II. zu FĂĽrstenberg erbte 1854 dessen zweitgeborener Sohn Max Egon I. den Fideikommiss PĂĽrglitz. Im Jahre 1862 kaufte sich die Gemeinde von der Herrschaft PĂĽrglitz frei. In Folge des verheerenden Hochwassers der Berounka, das ein neues Flussbett schuf, wurde die Flößerei 1872 gänzlich eingestellt. Die Rakonitz–ProtivĂner Bahn nahm am 30. April 1876 den Betrieb der Bahnstrecke Beroun–RakovnĂk auf; zum Bahnhof ZbeÄŤno, der auf dem Kataster von Ăšjezd nad ZbeÄŤnem lag, fĂĽhrte eine Fähre. Nachdem 1880 in ZbeÄŤno 360 Kinder eingeschult waren, wurde in einem angemieteten Raum eine vierte Klasse unterrichtet. 1882 erfolgte der Bau eines neuen Schulhauses. Im Jahre 1899 wurde auch Ăšjezd nad ZbeÄŤnem eigenständig. 1904 wurde in ZbeÄŤno ein Gendarmeriestation und eine Poststation eingerichtet, letztere erhielt 1919 den Status eines Postamtes. In den 1920er Jahren wurde die Gemeinde von Sommerfrischlern aus Prag und Kladno „entdeckt“. Zwischen 1925 und 1926 wurde die durch das ganze Dorf fĂĽhrende StraĂźe von BÄ›leÄŤ nach KĹ™ivoklát gebaut. 1925 wurde auch die BerounkabrĂĽcke eingeweiht, die ZbeÄŤno mit Ăšjezd nad ZbeÄŤnem verband. Im Jahre 1932 lebten in ZbeÄŤno 875 Personen; im Ort gab es ein Postamt, ein Telegraphenamt, eine Gendarmeriestation und eine katholische Kirche. Zwischen 1950 und 1953 wurde an der KlĂÄŤava im Laner Tiergarten eine Trinkwassertalsperre fĂĽr Kladno errichtet. 1953 wurde die auf der Anhöhe östliche von ZbeÄŤno gelegene Siedlung Senecká einschlieĂźlich der Einschicht Vrška nach SĂ˝koĹ™ice umgemeindet. Nach ĂĽber 500 Jahren stellte die Dorfschmiede 1972 den Betrieb ein. Am 1. Jänner 1980 wurden Ăšjezd nad ZbeÄŤnem und RaÄŤice eingemeindet, seit Beginn des Jahres 1992 bildet RaÄŤice wieder eine eigene Gemeinde.
ZbeÄŤno ist heute ein Erholungsort, seit den 1950er Jahren entstanden 460 FerienhĂĽtten.
Gemeindegliederung
Die Gemeinde ZbeÄŤno besteht aus den Ortsteilencite-ref-4[4] und Katastralbezirkencite-ref-5[5] Ăšjezd nad ZbeÄŤnem (Aujest bei Sbetschno) und ZbeÄŤno (Sbetschno). Grundsiedlungseinheiten sind KlĂÄŤava, PohoĹ™elec (Pohorzeletz), Ăšjezd nad ZbeÄŤnem und ZbeÄŤno.cite-ref-6[6] AuĂźerdem gehören zu ZbeÄŤno die Einschichten Novina (Nowina), PlaÄŤkov (Platschkow) und ZakopanĂ©.
SehenswĂĽrdigkeiten
• Barocke Pfarrkirche des hl. Martin, ein Vorgängerbau entstand vermutlich im 10. Jahrhundert. Seit 1330 ist eine Pfarre in Zbečno nachweislich. Die heutige Kirche entstand in den Jahren 1714–1716 anstelle eines ruinierten Vorgängerbaus. Der Anbau des Turmes an der Westseite der Kirche erfolgte 1831.
• Pfarrhaus, errichtet zwischen 1707 und 1711
• Ruine der Burg Jivno (Giwno) ĂĽber dem KlĂÄŤava-Stausee
• Naturreservat Brdatka, Felshang an der Berounka zwischen Zbečno und Křivoklát
• Talsperre KlĂÄŤava nördlich von ZbeÄŤno, sie dient der Trinkwasserversorgung von Kladno und Umgebung. Die Dammhöhe beträgt 50 m.
• Aussichtspunkt auf der Pěnčina
• Gezimmertes Speicherhaus Hamousův statek bzw. Rychta, es soll 1760 errichtet worden sein, durch dendrologische Untersuchungen wurde jedoch festgestellt, dass die Holzkonstruktion aus dem 16. Jahrhundert stammt. Es dient heute als Museum.
• Wirtschaftsgebäude Nr. 29 in der Ortslage ZadnĂ konec, es diente als Kulisse der Filme UkĹ™iĹľovaná (1921), KĹ™ĂĹľ u potoka (1921) und DĹŻm ztracenĂ©ho štÄ›stĂ (1928).
• Masaryk-Brücke, fertiggestellt 1925
Weblinks
Commons
: ZbeÄŤno
– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
• Geschichte von Zbečno
Einzelnachweise
cite-note-11. http://www.uir.cz/obec/542610/Zbecno
cite-note-22. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2023 (PDF; 602 kB)
cite-note-33. ↑ Johann Gottfried Sommer: Das Königreich Böhmen. Statistisch-topographisch dargestellt. Band 13: Rakonitzer Kreis. Calve, Prag 1845, S. 281.
cite-note-44. ↑ http://www.uir.cz/casti-obce-obec/542610/Obec-Zbecno
cite-note-55. ↑ http://www.uir.cz/katastralni-uzemi-obec/542610/Obec-Zbecno
cite-note-66. ↑ http://www.uir.cz/zsj-obec/542610/Obec-Zbecno